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Tauchen auf Kreta - Das Dive Center Creta Maris

Natürlich kann man auch auf Kreta seinem Hobby fröhnen!
Wir haben uns damals nach langer Suche vor Ort für eine kleine, interessante Tauchbasis entschieden, das Dive Center Creta Maris.
Besucht haben wir Tolis und seine Crew in den letzten Jahren mittlerweile mehrmals.

Seit Anfang 2001 ist Tolis´ Basis mit der "PADI ***** Gold Palm Resort" Auszeichnung versehen, die nach unangekündigter und inkognito durchgeführter Prüfung ausgestellt wurde. Die Auszeichnung dokumentiert die dort  vorzufindende hohe Qualität der Basis in Sachen Ausbildung, Equipment, Tauchgangsplanung und -durchführung.
 

 

Die Basis liegt im Ort Hersonissos, rd. 20 km östlich der Inselhauptstadt Heraklion. Untergebracht ist das ganze auf dem Gelände des großzügigen 5-Sterne-Hotels "Creta Maris".
Tauchen kann dort jeder, also nicht nur Hotelgäste.
Das Dive Center als solches liegt an einer kleinen Bucht, mit grobkörnigem Sand, ein paar Felsen, seichtem Wasser usw.
Der Strand vor der Basis eignet sich hervorragend zum Verweilen, bspw. zwischen den Tauchgängen oder für die nicht-tauchenden Reisemitglieder.
 

Ausstattung

Die Basis verfügt seit 1999 über 2 Tauchboote, von denen man per Rolle-Rückwärts abtaucht. Es sind max. rd. 10 Mann an Bord, die sich in 2-3 Gruppen aufteilen (je mehr Anfänger, desto mehr Gruppen). Die Fahrten dauern
zwischen 5 und max. ca. 20 Minuten. Man rödelt sich entsprechend an Land an, geht an Bord und "dampft" ab. 
Ausfahrten finden 2x täglich statt.

Insgesamt sind einige Dutzend komplette Leihausrüstungen (i.d.R. von Scubapro) vorhanden, so dass man/frau ohne Probleme nicht vorhandene Ausrüstung dazu leihen kann.
Die Leihausrüstungen sind (wie die ganze Basis) auffällig gut in Schuss!

Tauchplätze

Die interessantesten Tauchplätze sind sicherlich "ME 109" und "Amphora".

Bei der ME 109 handelt es sich um eine deutsche Messerschmidt ME 109 aus dem 2. Weltkrieg, die (vermutlich abgeschossen) ins Meer stürzte und dort vor Kreta versank.Die Tiefe dort beträgt ca. 25 m.

"Amphora", so lautet der Name des Tauchplatzes vor der ehemaligen Hafeneinfahrt von Hersonissos. Letztere ist vor einigen Jahrhunderten in Zusammenhang mit dem Vulkanausbrauch auf Santorini versunken. Zu finden gibt es dort viele alte Amphoren und -stücke, die dort herumliegen, teils hübsch bewachsen, teils bewohnt.
Natürlich darf man unter keinen Umständen etwas davon mitnehmen.


Foto von Aviva Okhuijzen

Foto von Aviva Okhuijzen
Fauna

Was gibt es sonst noch zu sehen?
An einigen Stellen befinden sich die obligatorischen Muränen in Höhlen und Spalten, ebenso wie Oktopusse. Man findet teils (für Mittelmeerverhältnisse) kapitale Zackenbarsche, vereinzelt Fassschnecken. Allenthalben begegnet man oftmals Schwärmen und Gruppen kleinerer Fische verschiedener Arten (Mönchsfische, Kardinalfische, Brassen, Papageinfische).

Steinfische, Seenadeln und anderes Kleingetier (von Feuerwürmern bis hin zu Sabellen und anderen niederen Lebewesen) sind ebenfalls zu finden.

Faszinierend ist sicherlich, eine stattliche Schule Barakudas (ca. 80) zu erleben, die silbrig glänzend im Wasser steht. Wir konnten uns bis auf wenige Meter heranpirschen und den Anblick einige Minuten lang geniessen.

Sonstige Spots

Aus den üblichen Tauchspots ragen ansonsten noch "St. George" und "Lucky" etwas heraus.

Bei "St. George" handelt es sich um eine Art aus dem Wasser ragende Klippe. Der Meeresboden ist dort teilweise stark zerklüftet. Große Felsbrocken liegen herum. Eine kleine, flache Grotte lädt dazu ein, hinein zu tauchen. Am Ende ist ein Loch im Fels, direkt an der Wasseroberfläche, wo man auftauchen kann.

Lucky hat eine interessante, senkrechte Riffwand (bis auf ca. 18 m Tiefe, dann Sandboden), in deren Verlauf man durch zwei Canyons tauchen kann.
 


Foto von Aviva Okhuijzen
 

Foto von Aviva Okhuijzen
 

Die Tauchtiefen beim Creta Maris liegen zwischen 8 und ca. 27 Metern. Das Wasser ist bei Sichtweiten um 15-20 m üblicherweise recht klar (es sei denn, dass starker Wind die ganze Geschichte aufwühlt, was allerdings nicht allzuoft vorkommt).

 
Sicherheit

Sicherheit wird auf dem Dive Center Creta Maris sehr groß geschrieben! 
Bei Tauchgängen zur ME 109 wird bspw. eine separate Pressluftflasche ans Boot gehängt. Das (ohnehin immer detaillierte) Briefing ist ein wenig ausführlicher als bei anderen "Standard-"Tauchgängen.

Auf jeden Fall ist man stets sehr um die Sicherheit als solches und um die Gäste im Speziellen bemüht und sorgt sich entsprechend.
In all den Jahren, die wir die Basis besucht haben, ist uns insbesondere dieses jedesmal wieder sehr deutlich und positiv aufgefallen.

 

 

Shuttle Service

Für alle, die nicht vor Ort im Hotel Creta Maris logieren, bietet die Basis einen kostenlosen Shuttle an. Morgens wird man abgeholt und mittags oder abends (bzw. am späten Nachmittag) bringt´s einen wieder zurück.
Das ganze klappt völlig reibungslos und kostet nix.

Sonstiges

Schön ist an der Basis, dass sie (wie gesagt) relativ klein und sehr beschaulich ist. Wir waren mittlerweile ein paar mal dort, meistens gegen Ende September.
Während der Hochsaison geht´s da auch schon mal etwas heftiger zu, aber das ganze legt sich dann zum Ende des Sommers hin schon wieder, so dass man sich dort immer gut aufgehoben und umsorgt fühlt.

Die besondere Note, oder anders gesagt, das "gewisse Etwas" dieser Basis ist der familiäre und betuliche Charakter.
Andere Basen mögen stringenter organisiert oder noch umfangreicher ausgestattet sein, aber es ist die persönliche Note, die insbesondere Tolis und seine Crew vermitteln, die diese Basis von anderen deutlich abhebt.
Gerade dieser besondere Charme macht das Dasein auch nach dem Tauchen bei einer Tasse Kaffee und einem Schwätzchen usw. besonders angenehm.


Ansgar mit Buddy Aviva Okhuijzen (l.)
 

Tonja, *war* das Maskottchen der Basis. Durch ein tragisches Unglück hat sie 1999 ihr Leben verloren. Lieb und lethargisch wie sie nun mal so war, verbrachte sie den Tag auf der Basis, meistens schlafend und dösend.  

Kostenmäßig ist Tauchen auf Kreta (vgl. mit Ägypten oder auch Montenegro wirklich sehr teuer. Es beschleicht einen das Gefühl, hohe Preise für vergleichsweise wenig Ausblick zu bezahlen, wenn man diese Erlebnisse und Ausblicke mit denen aus Ägypten usw. vergleicht.
Zahlen tut man auf Kreta offensichtlich überall das gleiche. Dafür kann man eigentlich ohne Vorab-Buchung von Deutschland aus zur Basis fahren usw. (Engpässe könnten zur Hochsaison auftreten!).

Nacht-Tauchgänge werden nach Absprache angeboten. Die Ziele der Ausfahrten werden i.d.R. zwischen allen Beteiligten vor dem Tauchgang abgestimmt.

Insgesamt ist das Dive Center Creta Maris auf jeden Fall gut geführt, organisiert und sehr sauber. Von daher können wir es - gemessen an den Erfahrungen (insbes. aus 1998, 1999, als wir dort intensiv getaucht haben) - weiter empfehlen. In den letzten zwei Jahren waren wir jeweils nur kurz dort, da uns das Tauchen auf Kreta für das, was man geboten bekommt, einfach zu teuer ist.
 
Fazit: Die Basis ist wirklich ok. Der Preis für's Tauchen auf Kreta ist für das, was man dort sehen kann, eindeutig zu hoch.
Kreta ist insofern nicht das ideale Ziel für einen Tauchurlaub, eher schon für einen Urlaub mit Tauchen.
Wer das Tauchen im Mittelmeer mag und auf eine komfortable Basis verzichten kann, der sollte durchaus einmal nach Montenegro an die Adria fahren. Bei wesentlich geringeren Kosten für das Tauchen gibt es dort (was Fauna und Flora betrifft) mehr zu sehen.
 

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