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Generelles und allgemeine Erfahrungen zum Thema Tauchen und Schnorcheln auf Kreta

Grundsätzlich, und das unterscheidet Griechenland generell von Ländern wie bspw. Ägypten, darf man auf Kreta (wie in ganz Griechenland) nur mit Guide tauchen.
Auf Kreta war Tauchen bis vor einigen Jahren ohnehin fast überall verboten.

Schlußendlich ist das Mittelmeer auch kein Korallenmeer, d.h. auf Kreta ist zwar alles teils ganz schön anzusehen, aber bei weitem nicht so üppig, wie man dieses bspw. vom Roten Meer kennt.
Kleine Fische, teils in Mengen, überwiegen. Großfisch trifft man selten bis gar nicht an.
Korallen oder Gorgonien und buschige Anemonen sucht man vergebens, so jedenfalls unsere Erfahrung.
Das Mittelmeer vor Kreta bietet viel Leben im Kleinformat, was durchaus entzücken kann.
Zweifel beschleichen einen jedoch dann, wenn man wenige Kilometer von der Tauchbasis entfernt an einer anderen Stelle Kretas (einem unscheinbaren Strand zwischen Felsen) schnorchelt, und man binnen einer Stunde mehr kleine Fische sieht, als auf dem ein oder anderen Tauchgang.
Sein Schnorchelequipment untwerwegs auf Kreta mitzunehmen, ist mitunter ein guter Entschluss. An vielen Stellen lädt eine kleine Bucht oder ein ungeplanter Abstecher an einen kaum belebten Strand zum Baden ein. Schön, wenn man dann schnell Flossen, Schnorchel und Maske parat hat, um ein bißchen mehr als nur hellen Untergrund zu sehen.
Wen es an den berühmten Palmenstrand von Vai verschlägt, wird vielleicht an alles denken, aber gerade nicht an seinen Schnorchel, Flossen usw.
Schade eigentlich. Nirgendwo auf Kreta hat uns die Vielfalt der Fauna und Flora der Unterwasserwelt so sehr gefallen, wie in Vai.
Wer mehr als nur schnorcheln will, kann dort sogar tauchen.
Um die Schönheit des Strandes von Vai kennenzulernen, macht man sich vom Parkplatz aus auf den Weg durch den schmalen Palmenhain zum eigentlichen Strand.
Dort bleibt man jedoch nicht gleich zwischen den palmenartigen Sonnenschirmen liegen, sondern geht ganz am Strand entlang bis zum hintersten Zipfelchen!
Erstens sind hier erheblich weniger Leute als vorne am Hauptteil des Strandes und zweitens hat es hier die schönste Unterwasserlandschaft Vai´s.
Kaum sitzt man also mit seinem Allerwertesten am Strand im seichten Wasser, umkreisen einen bereits hier Zweibinden- und Ringelbrassen, Meerpfauen und Meerjunker in einer nie zuvor gesehenen Anzahl. Fast hat man Angst, sich auf diese kleinen quirligen Lebewesen zu setzen oder sie beim Waten im Wasser zu zerdrücken.

Der Uferbereich fällt ganz seicht ab. Die Felsinsel gleich gegenüber lässt sich fast trockenen Knies erreichen.
Nach links wird das Wasser langsam tiefer und nimmt eine phantastische, tiefblaue Färbung an.

Der Meerboden links und rechts vor der Felsinsel sieht aus wie im Aquarium - grob sandig, teilweise grau, mit filigranen, saftig grünen Wasserpflanzen bestanden.
Fische schwärmen herum, zum Greifen nah. Ein paradiesischer Anblick alles in allem.
Wem Schnorcheln hier nicht mehr reicht, greift wieder zu Neopren und Pressluftflasche.

Direkt an jenem hinteren Teil des Strandes von Vai steht eine leicht windschiefe Bretterbude. Das Schild davor erläutert, dass es sich um ein Dive Center handelt. Der Inhalt der Behausung seinerseits leistet allerdings eher der Vermutung vorschub, es handele sich um eine Surfstation o.ä. Weit und breit ist kein Kompressor oder Lungenautomat zu sehen, dennoch soll es halt ein Dive Center sein.
Der am Strand vor der Bude liegende Zodiac lässt jedoch schnell den Schluss zu, dass man das Equipment offensichtlich per Boot heranholen kann. 

Nach allem was wir in Vai gesehen haben und so abenteuerlich die Bude auch aussehen mag, steht für uns ganz klar fest: Sollten wir ein zweites mal nach Vai fahren - was sich allerdings auf Grund der zeitlich sehr langen und extrem kurvenreichen An- und Abfahrt von Malia aus nahezu von selbst verbietet - wir werden mit Sicherheit dafür Sorge tragen, dass wir die Meerestiefen von Vai kennenlernen.
Zu faszinierend lockt jener tiefblaue "Abgrund" links der Felsinsel, der eine magische Verführung in die Tiefe darstellt.
Bereits der Uferbereich lässt darauf schließen, dass es dort unten faszinierende Landschaften zu sehen geben muss.
Dritte Quellen geben dazu an, dass man vor dem Strand von Vai ein Wrack betauchen kann. Über den Wahrheitsgehalt dieser Aussage können wir leider keinerlei eigene Erkenntnisse beisteuern.
Ob es sich lohnt, nach Vai zu fahren, muss letztlich jeder selbst entscheiden.
Rein des Strandes und der Palmen wegen da gewesen zu sein, ist sicherlich kein Grund, sich dieser Strapaze zu unterwerfen. Das, was sich jedoch unterhalb der 0 m Höhenmarke im Wasser abspielt, entschädigt für alles, ja, es lockt geradezu, nach Vai zu fahren.
Für kretische Verhältnisse ist Vai auf jeden Fall ein wirklich traumhaftes Unterwasserziel. 

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