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Tauchen in Sveti Stefan, Montenegro, Adria
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Allgemeines
Mitte Mai 2003 sind wir gemeinsam mit ein paar Freunden nach Montenegro
aufgebrochen. Das Ziel war der Ort Sveti Stefan in der Nähe von Budva,
direkt an der Adriaküste.
Mit dabei war (kaum zu glauben, oder?) Diving Nobbi
mit seiner Frau Christel. Daneben begleitete uns noch Marianne. Norbert
und Christel hatten ein Jahr zuvor die Basis Deep `N Blue aufgetan.
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Statt in einem Hotel abzusteigen, sind wir bei Micheli, dem Besitzer der
Tauchbasis untergekommen. Er vermietet zwei Ferienwohnungen, die etwas oberhalb
des Wassers am Berg liegen.
Von dort haben wir einen tollen Ausblick auf die Küste und die vorgelagerte Hotel-Halbinsel,
das alte Sveti Stefan, einst ein kleines Fischerdörfchen, heute jedoch ein Hotel der
edelsten Kategorie.
Im Hintergrund ist Budva zu erkennen.
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Die Umgebung um Sveti Stefan ist ausgesprochen interessant. Liebhaber von
Berglandschaften kommen voll auf ihre Kosten.
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Die Basis selbst liegt in einem etwas abgewirtschaftet aussehenden Gebäude
direkt am Strand und in unmittelbarer Nähe des Damms zur Hotelinsel. Die Spuren
des einst herrschenden Sozialismus sind bis heute gut erhalten. Kriegseinflüsse
aus dem Balkan-Krieg, in dessen Folge Montenegro zusammen mit Serbien das sog.
"Restjugoslawien" bildet, konnten wir indes keine erkennen.
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Ausstattung
Die Basis verfügt zum Zeitpunkt unseres Besuchs über kein Boot. Das noch im
Vorjahr vorhandene Boot sei inzwischen verkauft, berichtet Micheli. Er plane die
Anschaffung eines größeren Bootes, um damit größere und weitere Safaris machen
zu können.
Ein alter, großer Steintrog ist der Waschplatz für die Tauchanzüge und das
sonstige Equipment. Die nassen ausgewaschenen Anzüge hängt man der Einfachheit
halber (und je nach Sonnenstand (Südseite!) nicht wirklich schattig) direkt neben
dem Eingang an in der Decke befindlichen Haken auf.
Leihausrüstungen gibt es, so sagt es auch die Preisliste aus. Was wir jedoch als
Ausrüstung vorgefunden haben, war ein Haufen Plunder, von allem etwas und alles
mehr oder weniger wild durcheinander.
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Da wir allesamt unsere gesamte Tauchausrüstung (bis auf Flasche und Blei) selbst
mitgenommen haben, ist uns der Zustand der Leihausrüstung gerad wurscht. Sehr
vertrauenserweckend wirkte das vorhandene Material nicht.
Im Gegensatz zu herkömmlichen Tauchbasen gibt es keine Boxen, Schränke, o.ä.,
wo Taucher seine sieben Sachen verstauen und verwalten kann. Stattdessen sucht man
sich eine Ecke, wo Platz ist, breitet sich aus und legt seine Sachen dort ab.
Da die Basis (zumindest in der Vor- und Nachsaison) nur äußerst mäßig frequentiert
wird, waren wir in der Woche unserer Anwesenheit bis auf 2 sporadische Ausnahmen
die einzigen Tauchgäste. Folglich gab es keinerlei Probleme mit der Ablage seiner
Utensilien.
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Die Luftversorgung funktioniert! Zwei ältlich aussehende Kompressoren versehen ihren
Dienst und betanken vorhandene Stahl- und Aluflaschen in den üblichen Größen.
Links ein Coltri Sub Kompressor, rechts ein (vermutlich) eher russisches Fabrikat.
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Büro, Kompressorraum, Lager, Werkstatt, Equipmentraum gehen mehr oder weniger in
ein ander über.
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Tauchplätze
Das Tauchen selbst ist ziemlich stressfrei. Man entscheidet sich (mangels Boot) für
einen Shore Dive und geht entweder links oder rechts des Damms zur Hotelinsel ins
Wasser.
Die Durchführung der Tauchgänge selbst erfolgt ebenso locker, wie der ganze Rest
der Basis wirkt: "Vamos!" lautet das Briefing und angerödelt geht es
ein paar Meter bis zum Strand und ins Wasser.
Da wir eine eigenständige Gruppe und sehr erfahrene Taucher dabei sind,
können wir nach dem ersten Tauchgang alle weiteren ohne die Begleitung eines Guides
vornehmen. Sonst wären wir öfters mit Micheli getaucht, der diese Funktion selbst
ausübt.
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Rechts der Insel ist unserer Auffassung nach die schönere Seite der beiden
Möglichkeiten. Es gibt schöne Felsen, Spalten, überhänge, Steilwände usw. zu
sehen.
Insgesamt lohnt sich das Tauchen hier wesentlich mehr als auf
Kreta.
Hier gibt es bei gleicher Qualität der Fauna wesentlich mehr Fische jeder
Gattung und überhaupt ist die Unterwasserlandschaft ungleich schöner.
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Fauna
Wie bereits erwähnt, ist der Fisch- und Artenreichtum an dieser Stelle des
Mittelmeeres deutlich besser ausgeprägt, als auf Kreta.
Auffallend ist in jedem Fall der extreme Bestand mit Seeigeln. Bereits
weniger Zentimeter unter der Wasseroberfläche beginnen sich die Populationen auszubreiten.
Das Tauchen wird insofern erschwert, als dass man außerordentlich auf die Seeigel
aufpassen muss, da sie wirklich einfach überall sind. Es gibt keine Stelle,
wo man sich Unachtsamkeit erlauben kann. Kein Fels, kein Stein usw. der nicht mit
mindestens einem Seeigel bestückt ist. Sie zu zählen wäre schier unmöglich.
Die restlichen Meeresbewohner sind die üblichen Barscharten, Muscheln, usw. usw.
die es allenthalben im Mittelmeer zu sehen gibt.
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Neben biologischen Wesen finden sich insbes. rund um die Hotelinsel auch
Tafelbestecke und Teller usw.
Relativ nahe der Tauchbasis selbst fanden wir eine weiß bewachsene Handgranate,
die wir selbstverständlich unangerührt liessen. Sie wird vermutlich immer noch
dort liegen.
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Sonstige Spots
Neben den Möglichkeiten, links oder rechts des Inseldammes zu tauchen, reicht eine
12 ltr. Flaschenfüllung durchaus, um die Insel einmal zu umrunden. Dank Wellengang
usw. konnten wir in den Tagen die Insel zwar nicht umrunden, aber von rechts her
haben wir mehrfach ein gutes Stück geschafft. Die UW-Landschft dort ist phantastisch
anzusehen!
Mangels Boot konnten wir keine anderen Spots anfahren.
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Die Tauchtiefen im Bereich der Hotelinsel liegen zwischen 0 und ca. 20-25 Metern.
Etwas weiter von der Insel entfernt, jedoch auch ohne Boot zu erreichen, soll es
Tiefen bis ca. 40 m geben.
Das Wasser ist bei Sichtweiten um 15-20 m recht klar. Die Wassertemperatur war der
Jahreszeit entsprechend.
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Sicherheit
Die Tauchbasis vor dem Hintergrund Sicherheit zu beurteilen, ist in sofern nicht
möglich, als dass das Notwendigste (Kompressor und Flaschen) ok sind, alles
andere jedoch den Buddy-Teams überlassen bleibt.
Wie gesagt gibt es kein Briefing in dem Sinne. Die Basis läßt sich schließlich
auch schlecht mit einer super geführten und organisierten Subex-Basis
vergleichen, da diese Basis (zumindest während unserer Anwesenheit) quasi uns
alleine gehörte.
Das Tauchen und der Umgang dort sind so sicher, wie man ihn selber gestaltet.
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Sonstiges
Während das Dive Center Creta Maris
gewissermaßen klein und sehr beschaulich ist, ist das Dive Center Deep `N Blue
ein Ort, wo man sich Flasche und Blei besorgt, um zu tauchen.
Die Gemütlichkeit und Beschaulichkeit, die wir auf Tauchbasen suchen, ergibt
sich hier einfach aus den teilnehmenden Freunden. Die Basis selbst hat weder
Charme noch Flair, aber der Spaß hat sich durch uns als Gruppe eingestellt.
So ist bspw. 30 m vom Dive Center entfernt Neno's Bar, wo wir zwecks
Deko-Bier oder -Kaffee bei Musik von Creedence Clearwater Revival zusammen kamen.
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So lies es sich auch nicht vermeiden, Ansgar's Geburtstag nach dem Tauchen
ausgiebig bei Neno (vorne links im Bild) zu feiern.
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Fazit: Insgesamt ist das Dive Center Deep `N Blue kein Dive Center in dem
Sinne. Letztlich gibt es angesichts der Besucherzahlen usw. keine Organisation und
Führung in dem Sinne.
Wenngleich alles insgesamt nicht sehr sauber wirkt, haben wir in der Woche unserer
Anwesenheit eine Menge Spaß beim Tauchen gehabt. Diese Basis emfiehlt sich
sicherlich nicht für Anfänger oder als Ausbildungsbasis (auch das verheißt das
PADI-Schild im Büro).
Wären wir im Rahmen eines normalen Urlaubs über die Basis gestolpert, hätten wir
uns kaum erwärmen können, dort zu tauchen. Da wir aber eine Gruppe waren und uns
nach Lust und Laune auf der Basis tummeln konnten, unser eigenes Gerödel usw. dabei
hatten, war die ganze Geschichte eine sehr runde Sache.
Wer gut geführte und organisierte Basen sucht und überhaupt nichts für Improvisation
übrig hat, sollte sich lieber für eine andere Basis erwärmen. In Montenegro gibt es
allerdings fast keine Alternativen.
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Ansgar ist Mitglied der
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